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Innerhalb von 17 Jahren entwickelte sich der Unimog-Club Gaggenau zu einer Vereinigung von über 5.900 Mitgliedern in 34 Ländern.
Für die Gründung des Clubs ausschlaggebend war sicher, dass ich mir 1992 auf dem Jahrestreffen des "Unimog Veteranen Clubs" in Bad Laer von Alfred Menke einen UNIMOG 2010, Baujahr 52, kaufte. Dorthin war ich eigentlich gefahren, um den Band 1 der "Geschichten rund um den UNIMOG" vorzustellen. Dieser fand übrigens auch dort eine erfreulich positive Resonanz.
Zuhause angekommen, sprach ich dann UNIMOG-Besitzer an und hörte, daß
sie sich "schon immer mal zu einem Stammtisch treffen wollten". Diesen
Wunsch wollte ich realisieren: An zwei Wochenenden telefonierte ich
einige Stunden und hatte anschließend nach dem Schneeballsystem - jeder
kannte noch ein paar weitere UNIMOG-Besitzer - etwa 100 Adressen im
Umkreis von 25 km rund um Gaggenau gesammelt. Diese Unimog-ler lud ich
im März 1993 auf den Gaggenauer Jahnplatz ein - und 40 kamen mit ihrem
UNIMOG, der Rest ohne.
Den anwesenden Unimog-Interessierten war schnell klar: Wir gründen in
Gaggenau einen Unimog-Regionalclub. Einen Regionalclub deshalb, weil es
ja den Unimog Veteranen Club bereits gab und wir diesem keinesfalls
Konkurrenz machen wollten.
Am 15. Mai 1993 war es dann soweit: Bei Westermann-Holzbau im
benachbarten Kuppenheim trafen wir uns, um die Gründung des Clubs in die
Wege zu leiten.
Dabei sollte nicht der Besitz eines Unimogs, sondern die Begeisterung
für dieses Fahrzeug im Vordergrund stehen. Diese kann sich auch im
Sammeln von Unimog-Modellen, -Aufklebern, -Werbeartikeln, -Literatur
oder im Interesse für die Geschichte dieses Allroundfahrzeuges äußern.
Unter den Gründungsmitgliedern des Clubs war auch der Leiter des
Geschäftsbereichs Unimog der damaligen Daimler-Benz AG, Hans-Jürgen
Wischhof, selbst stolzer Besitzer eines hervorragend restaurierten
Unimog 411 und engagierter Sammler von Unimog-Modellen. Direktor
Wischhof begrüßte die Initiative zur Gründung des Clubs, "denn der
Unimog ist ein so begeisternswertes Fahrzeug, daß man sich auch noch
nach getaner Arbeit in der Freizeit gerne mit ihm beschäftigen kann."
Wir Gaggenauer haben das Glück, viele Mitglieder zu haben, die den
Unimog seit Jahrzehnten in- und auswendig kennen. So beispielsweie das
jetzige Ehrenmitglied Manfred Florus, Er fing 1949 nach seiner
Ausbildung zum Diplomlandwirt bei Boehringer in Göppingen als
Montagearbeiter am "Unimogband" an und war sein ganzes Arbeitsleben -
zuletzt als Leiter des Exports - mit und für den Unimog tätig.
Vorstandsmitglied Heinz Schnepf arbeitete seit seiner Lehre über 40
Jahre nur für den Unimog. Mit ihm war er in allen europäischen Ländern,
in Asien, Amerika und Afrika. Sein letztes großes Erlebnis war 1990 die
Rallye Paris - Peking mit einem Unimog L 1300 mit 240 PS. In vier Wochen
mußten 18.000 km teilweise unter erschwerten Bedingungen bewältigt
werden. Dabei lernte er auch den japanischen Journalisten und Unimog-Fan
Koji Ishihara kennen.
Die ursprünglich auf den Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden
angestrebte regionale Begrenzung konnte nicht aufrecht erhalten werden.
Schließlich wollten wir uns UNIMOG-Freunden aus weiter entfernten
Regionen, die den Wunsch hatten, bei uns Mitglied zu werden, nicht
verschließen.
Viele attraktive Angebote konnte der Club in den ersten Jahren seines
Bestehens seinen Mitgliedern unterbreiten. So standen Fahrten nach
Hohenheim, Mannheim und in die Ostschweiz auf dem Programm, ergänzt
durch Einsatzdemonstrationen, Modellsammlertreffen, Filmabende,
Werksbesichtigungen, Fahrerschulungen und Trials, Ausfahrten,
Restaurierungskurse und Schraubertreffs zu speziellen Themen.
Das erste besondere Ereignis aber war 1995 die große
Unimog-Sternfahrt nach Gaggenau anläßlich "100 Jahre Automobilbau in
Gaggenau" und "10 Jahre Unimog Veteranen Club". Mit dem Unimog Veteranen
Club wurden von Anfang an gute persönliche Kontakte gepflegt, und so
übernahm man gerne vor Ort die Organisation dieser Großveranstaltung.
Großer Beliebtheit erfreut sich im Club die vierteljährlich
erscheinende Mitgliederinformation, das Unimog-Heft'l. Carl-Heinz Vogler
stellt sie mit außergewöhnlichem Engagement ideenreich zusammen. Die
Unimog-Freunde finden darin Reportagen, Technik-Tips,
Unimog-Kleinanzeigen, Vorstellungen von Mitgliedern, Geschichtliches und
vieles mehr.
Die rasante Mitgliederentwicklung machte in den letzten Jahren die
Gründung von Regionalgruppen erforderlich. Zwischenzeitlich sind es 30
in Deutschland und dem benachbarten Ausland.
1997 erfolgte dann auch die Eintragung als e. V.. Seit 1999 kooperieren wir mit dem größten Unimog-Internet-Portal www.unimog-community.de
Im Auftrag von Mercedes-Benz Classic wurde dem Unimog-Club Gaggenau
im gleichen Jahr von MercedesClassic in den Kreis der offiziell
anerkannten Mercedes-Benz Markenclubs aufgenommen. Dies in Anerkennung
der langjährigen erfolgreichen Clubarbeit.
2001 wurde in Gaggenau mit Unterstützung des Unimog-Club Gaggenau "50
Jahre Mercedes-Benz Unimog" gefeiert. Über 500 Unimogler lenkten ihr
Fahrzeug zurück an den Entstehungsort. Zu Jahresbeginn war aber auch
vereinbart geworden, dass die Unimog-Montage ab 2002 im benachbarten
Wörth erfolgen wird. Die bereits zuvor im Unimog-Club Gaggenau gereifte
Idee eines Unimog-Museums wurde daraufhin mit mehr Energie umgesetzt.
Ein eigenständiger gemeinnütziger Verein "Unimog-Museum" wurde
gegründet. Im Juni 2006 erfolgte die Einweihung (mehr unter www.unimog-museum.de).
Natürlich unterhalten wir freundschaftliche Kontakte zu den anderen UNIMOG-Clubs aus Begeisterung für dieses Fahrzeug.